Einlagerung
und adressierte Lagerhaltung
Adressierte Lagerhaltung — eine Art der Buchführung, bei der das System nicht nur die Menge der Ware kennt, sondern den konkreten Ort, an dem sie liegt: Zone, Regal, Boden oder Fach. Jedem Ort wird einmal eine Kennzeichnung zugewiesen — eine Adresse —, und danach wird die Ware unter dieser Adresse geführt.
Der Unterschied zur gewöhnlichen Bestandsführung ist grundlegend. „108 Netzteile im Lager“ ist eine halbe Antwort: Um sie zu holen, muss man immer noch suchen gehen. „108 Netzteile: 96 an A-02-1-04 und 12 an B-05-3-01“ ist eine vollständige Antwort, aus der sich unmittelbar eine Aufgabe für einen Mitarbeiter machen lässt.
Wie eine Adresse aussieht. Meist hat sie mehrere Ebenen: die Zone des Lagers, die Regalnummer, die Ebene und die Position darauf. Die Kennzeichnung wird gedruckt und auf das Regal selbst geklebt — ein Mitarbeiter sieht vor Ort dieselbe Adresse wie im System.
Die Zonen, aus denen ein Lager gewöhnlich besteht:
- Wareneingang — Ware zwischen Abladen und Einlagerung
- Hauptlager — Regale mit dem Reservebestand
- Kommissionierzone — Schnelldreher neben dem Packplatz
- Verpacken und Übergabe — kommissionierte Bestellungen, die auf den Transport warten
- Quarantäne und Mängel — Adressen, die für die Kommissionierung gesperrt sind
Eine Zone ist kein Vermerk in einem Verzeichnis: Sie entscheidet darüber, ob die Ware in den verfügbaren Bestand gelangt und ob das System diese Adresse bei der Kommissionierung vorschlägt.
Einlagerung — der Vorgang, der Ware mit einer Adresse verbindet. Der Mitarbeiter erhält die Aufgabe „Angenommenes einlagern“, geht zum Ort und vermerkt Adresse und Menge. Ab diesem Moment ist die Ware genau von hier aus zur Kommissionierung verfügbar.
Die Einlagerungsregeln werden für das Lager eingerichtet: Schnelldreher näher an der Kommissionierzone, schwere Ware auf den unteren Ebenen, zerbrechliche nicht unter schwerer, und Ware mit begrenzter Haltbarkeit so, dass zuerst kommissioniert wird, was zuerst abläuft. Die Regeln schlagen einen Ort vor, verbieten aber nicht, anderswo einzulagern — sie sparen Zeit, statt die Hände zu binden.
Eine Ware kann zugleich an mehreren Orten liegen — das ist die Norm und kein Buchungsfehler. Das System speichert die Menge je Adresse getrennt, deshalb ist bei der Kommissionierung sofort klar, wo man besser entnimmt und wo der Bestand zur Neige geht.